Zwei Gesichter!

"In den ersten Minuten stand ich da und dachte nur... Was für ein geniales Team, das ich da habe!!!!", so Fohlmeister stolz. "Wir traten gegen Vorhalle an - eine Mannschaft bestückt mit zahlreichen ehemaligen WNBL-Spielerinnen und Leistungsträgern aus der Damen-Regionalliga und -Oberliga - und wir überliefen diese Mannschaft einfach." Der Barmer TV preschte mit einer solchen Intensität nach vorne, dass die Gäste buchstäblich nur zuguckten. In der achten Minute stand es absolut verdient 4:10 für die Ladies von der Wupper. Ärgerlich war in dieser Phase die Linie der Unparteiischen. "Normalerweise halte ich mich gegenüber den Schiedsrichtern zurück - Fehler passieren. Das ist menschlich und sie gleichen sich in der Regel auch aus. Aber an diesem Abend nahmen sie maßgeblich Einfluss auf den Spielverlauf." So hatten die Gäste bereits in der sechsten Minute Teamfouls und Vorhalle erhielt von da an für jedes weitere Foul - die wohl angemerkt grundlos gepfiffen wurden - Freiwürfe. Nur über diese Würfe kamen die Hagner Damen überhaupt im Duell an (10:9 für den BTV). Nach dem ersten Abschnitt hatte Barmen acht Fouls auf dem Konto - die Gastgeber hingegen noch kein einziges... 

Vorhalle stellte im zweiten Viertel auf eine Zone um. Gegen diese taten sich die Wupper-Ladies etwas schwerer. Doch immer wieder erliefen sie sich schöne Fastbreaks und blieben so am Ball. Zur Halbzeit konnte man entsprechend erhobenen Hauptes mit 23:17 in die Kabine gehen. Hier motivierten sich die Spielerinnen noch einmal gegenseitig. Denn an diesem Tag war das Match aufgrund einiger Ausfälle ein ordentlicher Kraftakt.

Dieser Kraftakt wurde dann zunehmends größer. Denn in der 24. Minute verabschiedete sich Spielerin Nummer 1 mit fünf Fouls von der Partie. In der 30. Minute war es Spielerin Nummer 2 und in der 37. Spielerin Nummer 3. Die Bank wurde damit immer dünner, gleichzeitig durften die Gastgeber eher machen, was sie wollten - ein Foulpfiff kam doch recht selten (nach den gespielten 40 Minuten lag ein Verhältnis von 11:23 vor). Daher entstand in der zweiten Hälfte leider ein Bruch im Barmer Spiel, sodass das Match mit 50:26 doch recht deutlich an Vorhalle ging. "Es ist leicht, die Schuld für die Niederlage jemand anderem zuzuschieben, als sich an die eigene Nase zu fassen. Selbstverständlich hätte insbesondere unsere Quote aus der Halbdistanz höher sein müssen. Doch wollten die Würfe einfach nicht fallen. Wenn dann aber die Penetrations, die unsere Ladies stattdessen einsetzten, um an Punkte zu kommen, regelwidrig gestoppt, aber nicht gepfiffen werden, dann nimmt man doch größeren Einfluss auf einen Spielverlauf", so Fohlmeister verärgert. Beide Trainer waren sich am Ende des Duells einig, dass es ein schönes Spiel hätte werden können, zwei Anwesende dies aber gut zu unterbinden wussten. Denn auch der Trainer aus Vorhalle hatte sein Päckchen abbekommen und musste mit zwei Technischen Fouls die Halle verlassen. 

"Ich habe schon länger nicht mehr so eine Linie erlebt, möchte aber zum Abschluss noch einmal auf das Duell selbst zurückblicken, denn das, was unsere Ladies an diesem Abend ablieferten, war einfach grandios und soll unter dem ganzen Ärger nicht untergehen. Seit Wochen stagnierte die Entwicklung des Teams. Doch das heutige Match brachte den erhofften Durchbruch. 40 Minuten spielten unsere Youngsters auf Augenhöhe mit einem Team, das definitiv mittleres Oberliganiveau hat. Hätten wir nur ansatzweise von außen getroffen, hätte es auch nochmal eine ganz andere Partie werden können. Damit sind wir endlich wieder auf dem richtigen Weg und freuen uns, diesen im neuen Jahr weiter zu gehen", resümiert Fohlmeister.

Damit wünscht die Damen 2 allen ein besinnliches Fest und einen guten Übergang in das Jahr 2020!