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Aufopferungsvoller Kampf wurde leider nicht belohnt

Nach dem die U17 bei den AstroStars Bochum mit einem überzeugenden 75:55 Erfolg den langersehnten Befreiungsschlag geschafft hatte, erwartete das Team nun den Tabellendritten Telekom Baskets Bonn. Diesmal musste man sich im vorgezogen Heimspiel am Montagabend in der fremden Sporthalle Nocken heimisch fühlen.  

Nachdem das Team bereits in den vergangenen Wochen durch Krankheiten, Verletzungen und Kaderabstellungen  immer wieder personell dezimiert war, fehlten auch diesmal verletzungsbedingt Alisa Fedder, Maja Faßbender & Kapitänin Frida Schmidt (wird noch bis März ausfallen).  Nach überstandener Krankheit stand Irini Touloupi das erste Mal wieder im Kader und komplettierte trotz Trainingsrückstand den 8-er Kader.
Der Tabellendritte aus Bonn konnte im Vergleich zum Hinspiel, welches sie deutlich 53:39 für sich entschieden,  auf die WNBL-Spielerin des Rhöndorfer TV A. Graß zurückgreifen. Auf der Centerspielerin Graß lag auch der Fokus der Barmer Verteidigung, auf sie hatte man sich im Training besonders vorbereitet.
Die junge Barmer U17 startete konzentriert und nach dem Erfolgserlebnis vier Tage zuvor in Bochum mit einer Menge Selbstvertrauen in die Partie. Das Ball-Movement stimmte, immer wieder fand die Mannschaft Lücken in der Bonner Verteidigung  und war meist nur durch Fouls zu stoppen. Es schien zunächst so, als hätten die Gäste das Barmer Team ein wenig unterschätzt.

Folgerichtig führte der BTV nach acht Minuten mit 11:4, verpasste es aber durch eine nur 50 prozentige Trefferquote von der Freiwurflinie die Führung weiter auszubauen. Gegen Ende des Viertels kam Bonn nun besser ins Spiel konnte den Barmer Vorsprung auf drei Punkte verkürzen.
Zu Beginn des 2.Viertels konnte man das Spiel nun wieder besser kontrollieren. Vor allem Aufbauspielerin Aylin Baran , die letzte Woche in Bochum sensationelle 26 Punkte erzielte, war nun vom Gegner kaum zu halten und erzielte 8 ihrer 12 Punkte im 2.Viertel. Sie hielt dem Ganzfeld-Druck im Gegensatz zum Hinspiel diesmal gut stand und übernahm die Verantwortung in den Angriffsaktionen.

Die Telekom Baskets Bonn hatten immer noch große Probleme mit der tiefstehenden Verteidigung der Barmer, wodurch die Zone dicht gemacht wurde und ihre stärkste Spielerin Graß praktisch isoliert wurde.  Da aber nun der ein oder andere Wurf aus der Mitteldistanz fiel, ging es mit einer 5-Punkte Führung für Barmen in die Halbzeit.
Bis dato war Coach Heck absolut zufrieden mit der kämpferische Leistung seines Rumpfkaders und wollte unbedingt die Intensität in der Verteidigung in der 2.Halbzeit bei behalten.
Bis kurz vor Ende des 3.Viertels klappte dies auch weites gehend, doch anstatt mit einem acht Punkte Polster (was bei dieser Verteidigungsschlacht ein großer Abstand war) in die letzten 10 Minuten zu gehen, schaffte es Bonn praktisch mit dem Viertelende den Vorsprung auf vier Punkte zu verkürzen und ging mit einem psychologischen Vorteil in das vermeintliche Schlussviertel. 
Beiden Teams merkte man im letzten Viertel an, dass sie durch ihre intensive Verteidigungsarbeit eine Menge Körner gelassen hatten und so ließen beide vor allem an der Freiwurflinie viele vermeintlich „einfache Punkte“ liegen.  Bonn gelang der bessere Start und ging nach 33 Minuten das erste Mal in dem Spiel mit 38:40 in Führung. Doch die Barmer Antwort ließ nicht lange auf sich warten und so entwickelte sich spannendes Herzschlagfinale, in dem die Führung nun häufig wechselte. Eine Minute vor Ende gelang Aylin Baran mit einem erfolgreichen Freiwurf der  44:44 Ausgleich.

Die nächsten Angriffe beider Teams führten nicht zum Erfolg, eine letzte Chance das Spiel zu gewinnen hatte der BTV mit einem Einwurf an der Baseline unter dem gegnerischen Korb neun Sekunden vor Spielende. Doch erstmal wurde eine Auszeit genommen um den gewinnbringenden Spielzug zu besprechen.  Man wollte den Ball möglichst 4-5 Sekunden im Spiel halten, ehe man dann energisch zum Korb zieht. Leider wurde dieser Plan bereits eine Sekunde nach Ausführung des Einwurfs aufgrund eines Schrittfehlers zunichte gemacht. So hatten die Gäste noch eine letzte Chance, konnte diese aber auch nicht nutzen und es ging in die Verlängerung.
Beide Teams gingen nun sprichwörtlich auf der letzten Felge, wobei die Bonner im Gegensatz zum BTV auch starke Foulprobleme hatten.  Leider verpassten hier die beiden ansonsten absolut souverän und gut pfeifenden Refs, der wichtigsten Spielerin der Telekom Baskets Annika Graß ihr fünftes Foul zu pfeifen, obwohl sie aufgrund mehrerer ungeschickter Verteidigungsaktionen nahezu darum bettelte. Die Gäste aus Bonn erzielten zwei schnelle Körbe zu Beginn der Verlängerung, was in der punktearmen und kraftraubenden Partie nahezu die halbe Miete war. Die Barmer U17 konnte nur noch von Freiwurflinie punkten und mussten sich dann leider nach 45 Minuten mit 46:50 geschlagen geben.
Trotz der unglücklichen und schmerzhaften Niederlage gegen den Tabellendritten war Coach Heck voll des Lobes für sein Team. Trotz all der Widrigkeiten hat die Mannschaft ein sensationelles Spiel gemacht, um jeden Ball gefightet und über 45 Minuten in der Verteidigung taktisch exzellent gearbeitet.  Nun hofft der Coach, dass sich in den kommenden Tagen die personelle Lage ein wenig entspannt, so dass im nächsten schweren Spiel gegen Herne bis auf Frida Schmidt wieder alle Spielerinnen an Bord sind. 

Benjamin Heck